Patientensicherheit

Für Ärzte und das pflegende Personal steht die Patientensicherheit an erster Stelle. Patienten müssen darauf vertrauen können, dass bei ihrer Behandlung nicht nur die Heilung im Vordergrund steht, sondern – und das ist genauso wichtig – Schaden abgewendet und Fehler vermieden werden.

Zugleich ist das Gesundheitswesen äußerst komplex und ein Hochrisikobereich. Es ist klar: In diesem Bereich können Fehler passieren. Doch dieses Fehlerbewusstsein und -eingeständnis hat nichts mit schulterzuckender Gleichgültigkeit zu tun. Im Gegenteil, vielmehr geht es darum, aus Fehlern zu lernen: Nur so lässt sich das Risiko vermindern und die Patientensicherheit erhöhen.

Zahlreiche Initiativen gibt es in Deutschland und international mit diesem Ziel. Ein wichtiger Schritt dabei ist eine neue Kultur der Fehlervermeidung: Sie umfasst drei grundlegende Schritte: das Erkennen, die Analyse, Bewertung und die Vermeidung von Fehlern.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?

Ganz so einfach wie bei der alten Losung für Arbeitssicherheit „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ geht es bei den komplexen medizinischen Abläufen nicht. Schon der erste Schritt, den Fehler, die Gefahr zu erkennen, kann eine erhebliche Hürde darstellen. Nicht jeder Zwischenfall hat gravierende Auswirkungen für den Patienten. Deswegen ist es wichtig, auch „Beinahe-Fehler“ zu erfassen. Aber wer gibt schon gerne zu, dass ihm beinahe ein Fehler unterlaufen wäre oder ein Fehler unterlaufen ist? Gerade für diese Fälle gibt es für Ärztinnen und Ärzte die Möglichkeit, anonym auf einer Internetplattform von solchen Zwischenfällen zu berichten (www.jeder-fehler-zaehlt.de).

In vielen Krankenhäusern wurde bereits das Critical Incident Reporting Systeme (CIRS, Fehlerberichts- und -lernsystem) eingeführt. Dabei handelt es sich um ein ebenfalls anonymes, allen zugängliches internetbasiertes Fehlerberichtssystem (www.kh-cirs.de). Ziel von CIRS ist es, ein überregionales, interdisziplinäres und berufsgruppenübergreifendes Lernen aus kritischen Ereignissen zu ermöglichen.

Aktion Saubere Hände

Höhere Sicherheit für Patienten und auch des medizinischen und pflegenden Personals lässt sich durch direkt wirkende Methoden relativ schnell erreichen. Aktion Saubere Hände zum Beispiel hat zum Ziel, die Händehygiene, vor allem die Desinfektion im Gesundheitswesen zu verbessern – durch Schulungen und Aktionstage für Mitarbeiter und gezielte Informationen für Patienten und Besucher. Die Aktion wirkt: Krankenhäuser, die an dem Programm über längere Zeit kontinuierlich teilnehmen, verbrauchen im Durchschnitt ein Drittel mehr Handdesinfektionsmittel.

Hygienebestimmungen systematisch voranzutreiben, Abläufe zu verbessern, die Ausgabe von Arzneimitteln nach dem Vier-Augen-Prinzip, Lebensmittellieferungen zu überwachen, oder die Stelle mit einem Stift zu markieren, an der operiert werden soll u.a.m., all dies bringt größere Sicherheit: in erster Linie für die Patienten, aber genauso für Ärzte und Pflegepersonal.

Mehr über das Thema Patientensicherheit – auch darüber, was Patienten dafür tun können, – finden Sie beim „Aktionsbündnis-Patientensicherheit“.